Besucher in der Mietswohnung – Was ist zulässig?

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Es ist es jedem Mieter erlaubt sein Leben in den eigenen vier Wänden nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Er kann in seiner Wohnung machen was er will, diese nach seinen Vorstellungen einrichten und auch einladen wen er möchte. Doch welche Besucher sind wirklich erlaubt und wie lange ist ein Besucher „nur zu Besuch“?

 

Grundsätzlich darf jeder Besucher empfangen werden

Jeder Vermieter muss den Besuch der Hausbewohner dulden. Dabei ist es egal zu welcher Tageszeit oder wie häufig der Mieter Besucher empfängt.

Der Vermieter hat kein Mitspracherecht bei der Auswahl der Besucher. Dies gilt nicht, wenn Belange für den Vermieter oder andere Mietparteien beeinträchtigt werden. Wird der Hausfrieden verletzt, müssen diese Besucher nicht geduldet werden. Allerdings spielen hier beispielsweise die Moralvorstellungen des Vermieters keine Rolle. Dabei kann der Vermieter auch nicht die Zugänge zur Wohnung blockieren.

Klauseln in Mietverträgen die zum Beispiel Besuchszeiten nur bis 22 Uhr erlauben oder dem Vermieter unbekannte Besucher ausschließen, sind rechtlich ungültig. Selbstverständlich müssen sich auch Besucher an die Hausordnung halten. Ansonsten kann der Mieter abgemahnt oder in Extremfällen sogar gekündigt werden.

 

Längere Besuche sind erlaubt

Solange der Gast nicht negativ auffällt, indem er Lärm verursacht oder ähnliches, muss bei bis zu 6 Wochen von einer normalen Besuchszeit ausgegangen werden. In der Vergangenheit haben einige Gerichte sogar eine Zeit von bis zu drei Monaten als Besuch gewertet. Es ist ja auch Besuch aus dem Ausland möglich oder das man einen Urlaub gemeinsam zu Hause verbringt. Aus einer langen Besuchszeit darf trotzdem kein Daueraufenthalt werden. Nur wenn zwischen den Besuchen längere Unterbrechungen liegen, sind erneut längere Aufenthalte erlaubt.

Direkte Familienangehörige bilden dabei eine Ausnahmeregelung. Ehepartnern, Eltern und eigenen Kindern darf der Mieter auch über die sechs Wochen hinaus Unterkunft in seiner Wohnung gewähren. Darüber sollte der Wohnungseigentümer schriftlich unterrichtet werden, seine Zustimmung ist aber nicht erforderlich.

Der Mieter darf seinen Wohnungsschlüssel Dritten überlassen und diese dürfen sich auch während der Abwesenheit des Bewohners in der Wohnung aufhalten. Besuchern ist es ebenfalls erlaubt Tiere mit in die Wohnung zu bringen, auch wenn die Hundehaltung mietvertraglich untersagt ist. Wird das Tier allerdings in regelmäßigen Abständen immer wieder mitgebracht oder bleibt des Öfteren über Nacht, ist die Toleranzgrenze überschritten.

 

Untermieter bedürfen der Absprache

Gibt es Anzeichen dafür, das Dritte von Anfang an dauerhaft in der Wohnung aufgenommen werden, gilt die sechswöchige Frist nicht.

Geht ein Besuch über die normale Besuchszeit hinaus, ist der Gast ein Untermieter. Dies bedarf der Mitteilung an den Vermieter des Hauses. Handelt es sich um fremde Dritte, die keine direkten Verwandten sind, muss der Vermieter dem Untermieter zustimmen. Die Erlaubnis des Vermieters kann verlangt werde, wenn ein nachvollziehbares Interesse des Mieters besteht. Dies kann durch eine stark veränderte finanzielle Situation oder familiäre Verhältnisse des Bewohners begründet sein. Allerdings darf durch zusätzliche bewohner keine Überbelegung der Wohnung gegeben sein.

Der Mieter haftet nach § 278 BGB für alle Schäden an dem Mietgegenstand, die von seinen Besuchern zu verantworten sind. Ebenso können Gäste Schadenersatzansprüche gegenüber dem Mieter geltend machen, sofern diese Schäden aufgrund von Mängeln erlitten haben.

 

Ein Kommentar zu Besucher in der Mietswohnung – Was ist zulässig?

  1. Florian says:

    ganz gut, dass es solche regeln gibt. bei uns gegenüber in der wg sind ständig freunde der bewohner anwesend, die mal kürzer und mal länger dort bleiben. die schuhe und der dreck im treppenhaus nerven schon ein wenig. ob ich die mal daruf anspreche? weil mein vermieter darf ja nach dem recht nicht aktiv werden.

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