Deutsche Oper Berlin: Massive Raumwirkung

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Die Geschichte der Deutschen Oper in Berlin beginnt unter dem Namen „Deutsches Opernhaus in Charlottenburg“. Die Immobilie befand sich in Berlin in der Bismarckstraße, Hausnummer 34 bis 37. Dieses erste Haus wurde von 1911 bis 1912 durch Heinrich Seeling erbaut und am 7. November 1912 mit Ludwig van Beethovens Oper „Fidelio“ eröffnet.

Die Initiative für die Gründung der Deutschen Oper ging in Berlin auf bürgerliche Kreise aus Charlottenburg, der reichsten Großstadt Preußens, zurück. Charlottenburg galt als wirtschaftliche Stütze des Staates und intellektueller Vorreiter für ein Opernhaus. Die Immobilie in Berlin-Charlottenburg wurde im Jahr 1935 durch Paul Baumgarten umgebaut und umfasste nun 2.098 Sitzplätze. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg am 23. November 1943 fanden die Vorstellungen bis 1945 Kriegsende im Admiralspalast, einer noch unversehrten Immobilie in Berlin-Mitte, statt.

Nach Kriegsende nutzte das nun wieder „Städtische Oper“ genannte Haus die Immobilie des „Theaters des Westens“ am Bahnhof Zoologischer Garten, ehe der durch Fritz Bornemann zwischen 1957 bis 1961 erbaute, noch heute genutzte Neubau mit 1.954 Sitzplätzen am 24. September 1961 mit Mozarts „Don Giovanni“ eröffnet wurde.  Im Jahr 1961 erfolgte auf Anregung von Ferenc Fricsay sowie als Reaktion auf den Bau der Berliner Mauer auch die Umbenennung auf den heutigen Namen „Deutsche Oper Berlin“.

Größtes Opernhaus in Berlin

Die Deutsche Oper Berlin ist mit 1.954 Sitzplätzen heute das weitaus größte Opernhaus Berlins. Sie allein bietet rund 42 % der Plätze der drei Berliner Häuser der Opernstiftung. Daher findet das Haus mit seinen Opernvorstellungen die meisten Besucher der insgesamt drei Berliner Opernhäuser. Die prozentuale Auslastung der Immobilie in Berlin ist dabei einerseits höher als die der Komischen Oper Berlin, andererseits aber geringer als die der Staatsoper Unter den Linden. Diese Immobilie in Berlin weist nur 1.396 Sitzplätze auf.

„Nüchtern und staubtrocken“?

Kritiker bezeichnen die Immobilie der Deutschen Oper in Berlin als „nüchtern bis staubtrocken.“ Hintergrund: Der Architekt Fritz Bornemann konzipierte für den Bau der Immobilie in Berlin eine massive Außenwand zur sechsspurigen Bismarckstraße, an der das Gebäude liegt. Die Wand der Immobilie schützt somit den Theatersaal vollständig vor Straßenlärm. Die Stützwirkung dieser Hauptfassade macht Seitenfassaden aus bloßem Glas und stützenfreie Treppenhäuser möglich, Das Treppenhaus und die Foyers sind für Filme und Werbespots wegen dieser Raumwirkung als Kulisse immens beliebt.

Der Zuschauerraum der Immobilie in Berlin weist nicht die Form eines „Theater-U“ in Hufeisenform auf und ist nur schwach gekrümmt – mit frei tragenden Balkons. Von jedem Platz sieht man die breite Bühne komplett. Die Akustik ist die beste aller Berliner Musiktheaterbühnen.

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