Die größten Irrtümer bei der Wärmedämmung

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Die Wärmedämmung ist ein wichtiges Kriterium wenn es um die Kaufentscheidung eines Hauses, ein Bauvorhaben oder den Bezug einer Eigentumswohnung geht. Mit der richtigen Wärmedämmung lassen sich nicht nur jede Menge Strom und Heizenergie sparen. Die richtige Fassade schont auch die Umwelt, wird von der KfW-Bank gefördert und schafft ein gesundes Raumklima.

 

Jedes Jahr gibt es neue Methoden und Materialien zur richtigen Wärmedämmung. Die Auswahl an Dämmmaterialen scheint unüberschaubar zuzunehmen. Viele Entwicklungen kommen den Endkunden zu Gute und sind dabei auch preiswert. Allerdings gibt es auch vermeintliche Innovationen, die dem Kunden keinen erkennbaren Mehrwert bieten und viel Geld kosten. Unter Laien halten sich darüber hinaus vermeintliche Weisheiten, die zu ungünstiger Kombination von Baustoffen oder ungesundem Raumklima führen können. Fünf der größten Irrtümer haben wir im Folgenden einmal zusammen gefasst.

 

1.      Jedes Haus lässt sich nachträglich dämmen.

Das lässt sich pauschal nicht sagen, richtig ist: Viele Altbauten lassen sich sanieren und im Zuge dessen lässt sich auch die Außenfassade dämmen. Wärmer wird es dadurch in jedem Falle. Aber das Raumklima kann stark leiden, wenn die neue Fassade (fast) keinen Luftaustausch zulässt. Die Luft wird schneller stickig und feucht. Bei Baustoffen wie Sandstein, Lehm oder Bimsstein ist eine nachträgliche Dämmung sogar schädlich. Diese Baustoffe sind atmungsaktiv und geben aufgenommene Feuchtigkeit wieder ab. Ist die Fassade von außen zusätzlich gedämmt, sammelt sich die Feuchtigkeit in der Wand und kann nicht abgegeben werden. Durch zu viel Feuchtigkeit werden sich die Wände zersetzen und die Schimmelpilzgefahr steigt stark an.

 2.      Für eine erfolgreiche Dämmung des Hauses ist das           Ermitteln der Energiebilanz unerlässlich.

Für die Wahl des richtigen Dämmmaterials dürfen Messungen des Raumklimas nicht fehlen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollten über mehrere Tage und Wochen hinweg gemessen werden. Damit lässt sich feststellen wie schnell die Feuchtigkeit aus den Räumen entweichen kann. Flächen mit Fließen oder Materialien aus Kunststoff z.B. Laminat, lassen kaum ein Verdunsten der Feuchtigkeit zu. Bei nach oben steigender Feuchtigkeit aus dem Keller, sollte zuerst dieser saniert werden, um spätere Schimmelbildung bei stärkerer Dämmung zu verhindern.

 3.      Dickere Dämmplatten haben bessere                             Wärmedämmung.

Bei Dämmplatten mit einer Dicke von 50 Millimetern ist der Dämmeffekt am Größten. Danach nimmt der Zusatznutzen rapide ab. Bei 85 bis 100 Millimetern ist die optimale Dämmwirkung meist erreicht. Noch dickere Dämmplatten werden zwar erfolgreich vermarktet, bieten aber keinen Mehrwert.

 4.      Bei richtiger Dämmung und gut isolierten Fenstern         ist der Wärmeschutz perfekt.

Nur wenn die Fenster richtig eingebaut und isoliert sind, gilt dieser Grundsatz. Eingebaute Fenster sollten durch ein abgedichtetes Thermaband mit dem Mauerwerk verbunden werden. Daneben sollten Fensteranschlüsse innen wie außen extra abgedichtet werden. Auch wenn klar sein sollte, dass sich hier bei unsachgerechtem Einbau die Feuchtigkeit sammelt, passiert dieser Fehler in der Realität leider relativ häufig.

5.      Bei starker Dämmung lassen sich die Räume                   schneller warm heizen.

Dämmung hält zwar die Räume länger warm, verhindert aber auch den Luftaustausch und erhöht somit die Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Feuchtere Raumluft erwärmt sich langsamer, was einen höheren Energiebedarf zur Folge hat. Bei Altbauten wie bei modernisierten Fassaden gilt: Öfters durchlüften schafft trockenere und gesündere Raumluft.

 

Wichtig ist zu verstehen, dass es bei der Wärmedämmung nicht einfach um das „Verschließen von Gebäuden“ mit möglichst dicken Dämmmaterialien geht, sondern viele Faktoren berücksichtigt werden müssen. Wer sich ausgiebig informiert und/oder beraten lässt, kann für sich die richtige Lösung finden, die sich einfach umsetzen und kostentechnisch realisieren lässt und auch zur Gesundheit der Bewohner beiträgt.

 

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