Eigentum sichern – so günstig wie nie

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Die Zeiten für Hausbauer und Hauskäufer scheinen derzeit goldig zu sein. Denn Kredite sind im Moment zu sehr guten Konditionen aufnehmbar. Diejenigen, die sich für den Kauf oder den Bau eines Hauses interessieren,  können sich aktuell über durchschnittlich 3 Prozent Zinsen freuen.

Warum ist das so?

Wegen der Euro-Schuldenkrise liegen die Zinsen für Baudarlehen in Deutschland auf einem markant niedrigen Niveau. Auf den Finanzmärkten herrscht demnach Unsicherheit. Diese führt wiederum zu einer stärkeren Nachfrage von Bundeswertpapieren bei Investoren. Die Politik lässt folglich mehr Geld in die Kassen fließen. Und weil die Staatsanleihen nur noch niedrige Rendite einbringen, gehen auch die Zinsen der Hypotheken herunter.

Die Hypothekenbanken in Deutschland ziehen derzeit also einen Vorteil aus dem allgemeinen Sicherheitsdenken. Das ist eine Einstellung, die deutlich wird, wenn der Blick auf die Investoren gerichtet wird. So interessieren sich diese sogar für die Pfandbriefe der Hypothekenbanken. Das sind Anleihen, die durch deutsche Immobilien abgesichert sind und darum für eine hohe Sicherheit stehen. Dazu kommt das geringe Ausfallrisiko bei der Immobilienfinanzierung: Die Darlehen sind über eine Hypothek geschützt. Auch deshalb geben die Banken einen niedrigen Zinssatz an die Hauskäufer und Hausbau weiter, weil der Leitzins der Europäischen Zentralbank momentan gering ist. Mehr noch: Ebenso Hypotheken, die eine Laufzeit von über 20 Jahren haben, sind aktuell billig zu halten. So können sich Hauskäufer beispielsweise für ziemlich geringe Zinsaufschläge gegenüber den herkömmlichen Zehn-Jahres-Darlehen gegen eine Zinserhöhung schützen.

Fazit: Einer entspannten und leichten Finanzierung von Eigentum steht bei diesem absolut niedrigen Zinsniveau also nicht mehr viel im Wege. Zum Vergleich: In den Jahren 2001 bis 2005 beliefen sich die Zinsen für Eigentümer zwischen 5 und 6 Prozent.

Das Risiko trotz niedriger Zinsen erkennen

Doch die Zeitschrift Finanztest gibt zu Bedenken, dass Kreditnehmer von den niedrigen Zinsen nur etwas haben, wenn sie die für sich „richtige“ Bank gewählt haben. Über 50 verschiedene Kreditinstitute und Vermittler wurden von ausgewiesenen Experten der Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Sie sind zu folgendem Resultat gekommen: Die Preisunterschiede bei den Bauzinsen liegen bei über 40 Prozent. Gut differenzieren sollten von daher insbesondere diejenigen, die einen Anschlusskredit benötigen. Wer von den guten Zinssätzen profitieren möchte, sollte sich überdies genau überlegen, welche Laufzeit er für den Kredit wählt – bei weit über 10 Jahren sollte diese nämlich nicht liegen. Finanzspezialisten raten hierzu, sich bei der momentanen Niedrig-Zins-Situation für eine gehobene Tilgungsrate zu entscheiden. Angehäufte Schulden seien damit rascher abbaubar. Empfohlen wird, eine Tilgung von zwei bis drei Prozent festzulegen – gerade wenn der Lebensstandard trotz der Mehrbelastung nicht reduziert werden muss.

Beachtet werden muss jedoch der deutliche Preisanstieg für Immobilien in Großstädten in den letzten Jahren. Eventuell kann bei Eigentumserwerb in deutschen Großstädten trotz niedriger Zinsen  von einer sogenannten „Milchmädchenrechnung“ gesprochen werden.

Wie viele nutzen die neuen Angebote?

Zunächst sei an dieser Stelle deutlich gemacht, dass trotz niedrigster Zinsen 100-Prozent-Finanzierungen unrealistisch bleiben. Eine Datenauswertung der Transaktionsplattform Europace, über die ca. 15 Prozent aller Baufinanzierungen in Deutschland dokumentiert werden, signalisiert, dass der durchschnittliche Beleihungsauslauf im September 2013 bei 77,28 Prozent lag. Anfang 2010 bewegte sich der Satz noch bei 80,22 Prozent. Von einer Kredit-oder Immobilienblase sind wir deshalb noch weit entfernt. Eine ähnliche Zurückhaltung gibt es bei der Absicherung von Zinsen, Zinsbindungen oder Tilgungssätzen. Scheinbar ist es den Immobilieninteressierten zunehmend wichtiger, zunächst einmal über genügend Eigenkapital zu verfügen, bevor sie über Kredite nachdenken.

Niedrige Zinsen – Eintagsfliege oder Dauerbrenner?

Doch wie lange werden niedrige Zinsen den Traum vom eigenen Haus noch ermöglichen?

Finanzexperten rufen hier nicht zur Eile auf. Ihrer Auffassung nach werden in den nächsten Monaten die Zinsen höchstens um ein Viertel Prozent nach oben oder maximal um ein Viertel Prozent nach unten ausschlagen. Diese Botschaft beruhigt. Denn damit ist doch noch ein bisschen Zeit, um sich nach einem passenden Objekt und einer passenden Bank umzuschauen.

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