Feiern in der Wohnung – So verhindern Sie Ruhestörungen

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Die eigenen vier Wände sind ein herrlicher Ort zum Wohlfühlen. Hier gibt es die Möglichkeit ganz für sich alleine zu sein, Ruhe zu genießen, abzuschalten und Kräfte zu sammeln. In der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus kann schließlich jeder machen was er möchte. So ganz stimmt dies jedoch leider nicht. Dies gilt insbesondere für Lärm während der Nachtruhe. Mit unseren Tipps kann die nächste Einweihungs- oder Geburtstagsfeier trotzdem gelingen.

Damit Sie die Nachbarn nicht verärgern – Ruhezeiten einhalten

Grundsätzlich gilt es in Wohnhäusern mit mehreren Parteien von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr die Nachtruhe einzuhalten. Sollte sich die Mehrheit der Parteien für einen früheren Beginn aussprechen, so kann die Nachtruhe bereits ab 20:00 Uhr festgelegt werden. Während dieser Zeit ist Zimmerlautstärke einzuhalten. Laute Musik, das Verrücken von Möbeln und hörbare Unterhaltungen auf dem Balkon oder im Garten sind zu unterlassen. Ebenso sollten nachts keine Waschmaschinen oder Staubsauger benutzt werden. Selbstverständlich darf jeder normalen Aktivität auch nachts nachgegangen werden. Bei angemessener Lautstärke müssen Unterhaltungen oder Geräusche der Mitbewohner des Hauses in Kauf genommen werden, auch wenn diese zu hören sind. Denn das Einhalten der Nachtruhe bedeutet nicht, dass überhaupt keine Geräusche mehr zu hören sein dürfen.

 

Ein grundsätzliches Recht auf Feiern gibt es nicht

Das weit verbreitete Gerücht, dass eine Feier im Jahr oder Monat erlaubt ist, hält sich nach wie vor. Ein Kontingent, das Ausnahmen während der Nachtruhe zulässt, gibt es nicht. Die Badnutzung, dazu gehört auch die Nutzung der Dusche, ist allerdings erlaubt. Mietshäuser sollten so schalldicht sein, dass Niemand durch die Nutzung der Sanitäreinrichtungen in seinem Schlaf gestört wird. Auch lachende oder weinende Kinder müssen von den Nachbarn geduldet werden. Bei einer Feier sind Geräusche, die durch den Besuch der Gäste entstehen, hinzunehmen. Etwas lautere Musik ist allerdings nur bis 22:00 Uhr erlaubt. Auch in der Silvesternacht gibt es grundsätzlich keine Ausnahmeregelung, auch wenn hier seitens der Mitbewohner und Polizei sicherlich eine „erweiterte Toleranzgrenze“ zu erwarten ist.

 

Einweihungsfeier: Der Ton macht die Musik

Steht eine Feier in der eigenen Wohnung an, z.B. eine Einweihungs- oder Geburtstagsparty, so ist eine Absprache mit den Nachbarn ratsam. Sind diese informiert, dass es etwas lauter werden kann, trifft man meistens auf Verständnis und es gibt hinterher keinen Ärger. Sprechen Sie mit den Mitbewohnern Ihres Hauses oder hängen Sie eine freundliche Information rechtzeitig vorher im Treppenhaus oder Fahrstuhl auf. Wenn Ihnen die Hausbewohner angenehm sind, können Sie diese auch gleich, z.B. zu Ihrer Einweihungsparty, einladen. Sollte sich eine Partei des Hauses während der Party gestört fühlen, so reduzieren Sie die Lautstärke. Nehmen Sie auf jeden Fall Rücksicht und entschuldigen Sie sich, wenn die Toleranzgrenze einmal überschritten wurde.

 

Ruhestörung: Hohe Bußgelder und Mietminderung möglich

Fühlen sich die Mitbewohner durch einen Nachbarn gestört, sollte die Unzufriedenheit immer direkt angesprochen werden. Wird direkt die Polizei gerufen, bleibt es i.d.R. bei einer Verwarnung, mit dem Hinweis ab sofort die Zimmerlautstärke einzuhalten. Sollten die Beamten mehrmals wegen zu hohen Lärmpegels ausrücken müssen, so droht ein Bußgeld das mehrere hundert Euro betragen kann.

Gibt es Nachbarn die auch nach einer freundlichen Aufforderung keine Rücksicht nehmen, sind Mietminderungen möglich. Dazu sollte ein Lärmprotokoll geführt werden, welches die Nächte festhält in denen Nachbarn zu laut feiern. Für jede Nacht in denen die Bewohner durch andere Mietparteien gestört werden, kann 1% Mietabzug eingefordert werden. Ist an zehn Tagen im Monat eine Lärmbelästigung an der Tagesordnung, so darf die Mietzahlung um zehn Prozent gekürzt werden. In Extremfällen kam es in der Vergangenheit nach § 537 BGB sogar schon zu Mietminderungen von 50 %, da die Tauglichkeit der Mietwohnung erheblich eingeschränkt war. Eine Übersicht über mögliche Mietminderungen finden Sie hier. Durch den direkten Kontakt mit Nachbarn und Vermieter lassen sich viele Probleme lösen und eine Auseinandersetzung über den Anwalt verhindern.

 

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