Investition in einen Wärmetauscher – Vorteile und Funktion

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Die Heizkosten stiegen auch in den letzten Jahren immer weiter. Selbst bei den meist noch etwas günstigeren Alternativen, der Nutzung von Fernwärme oder einer Pellet Heizung, sind Preisanstiege zu verzeichnen. Wer Geld sparen möchte und modernisiert, sollte über einen Wärmetauscher nachdenken.

 

Gesundes Raumklima durch einen Abluft-Wärmetauscher

Moderne Häuser lassen immer weniger natürlichen Luftaustausch zu. Um ein gesundes Raumklima mit sauerstoffhaltiger Luft zu schaffen, sollte in geschlossenen Räumen die Luft alle zwei Stunden ausgetauscht werden. Mit jedem Stoßlüften geht aber auch Wärme verloren, was wiederum zu höheren Heizkosten führt. Die moderne Generation der Wärmetauscher kann mittlerweile 85- 95 Prozent der Raumwärme, an die frische Luft von Draußen abzugeben. In Passivhäusern ist es damit sogar möglich ganz auf Heizkörper zu verzichten. Der kleine Anteil an Wärme der durch den Tauscher verloren geht, kann mithilfe von Solarenergie wieder hergestellt werden. Dabei wird die Frischluft, nachdem Sie durch den Tauscher erwärmt wurde, zusätzlich durch Heizstäbe, die ihre Energie von der Photovoltaikanlage erhalten, auf Raumtemperatur gebracht.

 

Das Passivhaus überzeugt

Passivhäuser schaffen es durch effiziente Dämmung, die Wärme nahezu vollständig im Inneren zu halten. Die Wärme des Haushalts wird nicht mit Hilfe einer Heizungsanlage erzeugt, sondern es wird die Wärme gespeichert, die durch Menschen und technische Geräte sowieso entsteht. Passivhäuser sind zwar vollkommen luftdicht, können aber trotzdem ein gesundes Raumklima schaffen. Eine Lüftungsanlage versorgt in Kombination mit einem Wärmeübertrager alle Räume mit Frischluft. Reichen im Winter die Wärmequellen im Haus nicht aus, kann zusätzlich eine Solarthermie oder Wärmepumpe genutzt werden.

Die meisten Energiesparhäuser verzichten ganz auf eine Ölheizung, einige nutzen diese als zusätzliche Sicherheit. Sind alle Maßnahmen des Passivhauses erfolgreich umgesetzt worden, glänzt das Eigenheim mit einem Heizwärmebedarf von nur 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Bei einem durchschnittlichen brutto Strompreis von 28,50 Cent je Kilowattstunde im  Januar 2013 und einer angenommenen Wohnfläche von 120 m², entspräche dies nur 513 Euro im Jahr für das ganze Haus. Das sind gerade einmal 42,75 Euro Heizkosten im Monat.

 

So funktioniert der Wärmetauscher

Ein Wärmetauscher im Lüftungssystem schafft es bis zu 95 Prozent der Raumwärme aus der Abluft an die Frischluft weiter zu geben. Die Abluft wird abgesaugt und läuft, z.B. über einen Platten-Wärmetauscher, an der Außenluft vorbei. Der Plattenwärmeübertrager gilt als einer der effizientesten Wärmetauscher. Er besteht aus vielen dünnen Platten, zwischen denen abwechselnd die wärmeabgebende Luft und die zu erwärmende Frischluft fließt. Die Platten sind abgedichtet, so dass die Luftströme nicht direkt miteinander in Kontakt kommen. Die aus Edelstahl bestehenden Platten sind sehr dünn und haben nur einen geringen Abstand zueinander. Die große Oberfläche macht den Wärmeaustausch sehr effizient.

 

Jetzt investieren und sparen

Bei der nachträglichen Modernisierung empfiehlt es sich über ein dezentrales System nachzudenken, welches auch in Altbauten Sinn macht. Somit muss kein Rohrnetz installiert werden, welches bei einer zentralen Lüftungsanlage benötigt wird. Alle relevanten Räume erhalten einen eigenen Wärmetauscher mit Zu- und Abluftöffnung in der Außenwand. Bei einer zentralen Wärmerückgewinnung liegen die Kosten bei etwa 4.000 Euro je Wohneinheit. Bei mehreren dezentralen Systemen wird es etwas teurer. Zur Finanzierung bietet u.a. die KfW günstige Kredite und Zuschüsse an.

Nicht nur finanziell rechnet sich die Wärmerückgewinnung schon nach wenigen Jahren, die kontinuierliche Frischluftzufuhr fördert auch die Gesundheit. Die Modernisierungsstrategie greift auch nachhaltige Aspekte auf. So können mit Hilfe des Passivhauses bis zu 90% der Heizenergie gegenüber einem konventionellen Gebäude gespart werden. Der jährliche CO2-Ausstoß des Passivhauses beträgt etwa 2kg/m², bei einem ungedämmten Altbau sind es bis zu 60 kg/m². Wer jetzt modernisiert, sollte sich durch einen Fachmann genauestens über die verschiedenen Systeme und Möglichkeiten informieren lassen.

 

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