Lebenslanges Wohnrecht genießen – als Mitglied einer Wohnungsgenossenschaft

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Wohnungsgenossenschaften haben in Deutschland eine lange Tradition: Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden erste Einrichtungen gegründet, um die Rechte der Wohnungsmieter zu sichern. Auch heute noch zählen diese Aufgaben zum Leistungsspektrum der Mieterorganisation. War die Zahl der Genossenschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch niedrig, so existieren heute in Deutschland bereits über 2000 Wohnungsgenossenschaften.

 

Beim genossenschaftlichen Wohnen werden unterschiedliche Bereiche unterstützt. So bieten die Wohnungsgenossenschaften für deren Mitglieder beispielsweise lebenslanges Wohnrecht, den Schutz vor Eigenbedarfskündigung und Ausverkauf und einen umfassenden Service, wie Hausmeister und alle anfallenden Reparaturen im Wohnbereich. Auch die Bereitstellung altersgerechter Wohnungen gehört zum Service.

Die Besonderheit der Baugenossenschaften ist deren gemeinschaftlich-demokratisches Entscheidungsprinzip. Die vereinsrechtlich geregelten Genossenschaften verstehen sich als Mieterbund, in dem allein die Mieter über die Entscheidungsgewalt verfügen. Sie haben also mit Hilfe der Baugenossenschaften die Möglichkeit, ihre Mietsituation selbst mitzubestimmen und zu gestalten. Daraus ergeben sich auch die Grundprinzipien der Wohnungsgenossenschaften zu denen unter anderem die Selbstverantwortung und die Selbsthilfe der Mieter gehört. Dadurch wird auch ein positives nachbarschaftliches Zusammenleben gefördert und gesichert.

Eine der wichtigsten Aufgaben neben der Instandhaltung und Sanierung der Wohnbereiche ist dabei die Sicherung der Preisstabilität für die Wohnungsmiete und die Gewährleistung eines Schutzes gegen Mieterhöhung und -überteuerung. Durch den Zusammenschluss der Mieter und eine Übernahme von Geschäftsanteilen, das heißt eine Selbstbeteiligung der Mieter durch einen festgesetzten Genossenschaftsbeitrag, wird diese Preisstabilität und die Möglichkeit der umfassenden Instandhaltung der Wohnungen gewährleistet.

Neben den wirtschaftlichen und mietrechtlichen Vorteilen, die die Mietervereine bieten, zählen auch soziale Aspekte. Wohnungsgenossenschaften fördern den Austausch der Mieter in der Nachbarschaft und somit ein lebendiges und offenes Miteinander der Anwohner.

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