Plusenergiehaus: Energieeffizientes Bauen in modernstem Design

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Dass Gebäude nicht immer groß und hoch sein müssen, um zu Ruhm zu gelangen, beweist derzeit ein kleines eingeschossiges Haus, das am Berliner Hauptbahnhof steht: das Plusenergiehaus. Von außen ähnelt es eher einer skandinavischen Blockhütte als einem innovativen Zukunftsprojekt. Und doch räumte das Haus beim diesjährigen renommierten internationalen Solar Decathlon Preis ab. Die Jury befand, dass “the house pushed the envelope on all levels.” Und in der Tat räumte das Haus in den Kategorien „Architektur“, „Konstruktion und Technik“ sowie „Beleuchtung“ jeweils erste Preise ab.

Entworfen wurde das Plusenergiehaus an der Technischen Universität Darmstadt. Es handelt sich dabei um einen transportfähigen Leichtbau, der mehr Energie erzeugt, als verbraucht wird. Das Plusenergiehaus weist also eine positive Energiebilanz aus. Während bisherige Projekte, wie z.B. die berühmten Freiburger Nullenergie-Häuser eine ausgeglichene Energiebilanz aufweisen konnten, ist es den Darmstädter Ingenieuren und Architekten erstmalig gelungen, ein Plusenergiehaus zu entwickeln.

Das Haus ist bis ins letzte Detail durchdacht. Selbstverständlich ist der eingeschossige Flachbau zu 100 Prozent barrierefrei. Durch die neuesten Dämmmaterialien kann eine energiepositive Wärmeregulierung des Hauses erfolgen. Photovoltaikanlagen, die in der Fassade und als Aufdach-Anlage eingebaut wurden produzieren, den Strom, der für den Betrieb notwendig ist. Die Regulierung von Stromverbrauch und –nutzung bewerkstelligt ein Smart Meter, also ein intelligenter Stromzähler. Und die Baumaterialien bestehen zu größten Teilen aus nachwachsenden und recyclebaren Materialien.


Das Plusenergiehaus ist aber nicht bloß ein besonders effizientes „Ökohaus“. Es vereint auch formschönes und zukunftsgerichtetes Design mit einer maximalen Funktionalität. Es ist also schön, praktisch und effizient. Der einzige Nachteil, den das Haus hat: es ist mit Baukosten von gut 350.000 Euro nicht ganz billig. Amortisieren kann sich das Haus also derzeit noch nicht und mit einer Massenproduktion ist in den nächsten Jahren kaum zu rechnen. Doch wer schon jetzt eine ausgeglichene oder gar positive Klimabilanz haben möchte, der kann bereits jetzt einen Ökostromanbieter wählen. Wie ein exemplarischer Stromvergleich in Berlin zeigt, sind diese oft sogar um einiges günstiger als der lokale Grundversorger in der Stadt.

Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann das Haus noch bis Ende September 2009 in Berlin besichtigen. Die Öffnungszeiten sind immer Dienstags bis Sonntags in der Zeit von 11 – 18:00 Uhr. Ort ist der Washingtonplatz am Südvorplatz des Berliner Hauptbahnhofes.

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Quelle Foto: TU-Darmstadt

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