Weserstadion Bremen: Arena und Immobilie mit bewegter Geschichte

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Am Bremer Osterdeich macht die Weser einen fast malerischen Bogen. Am Weserufer entschloss sich der am 1. Februar 1899 gegründete SV Werder Bremen im Jahr 1909, zum Bau eines Sportplatzes mit Holztribünen. Der deutsche Fußball lernte gerade Laufen und in Sachen Finanzierung konnten die aufstrebenden Bremer Fußballer noch auf Gelder des „Allgemeinen Bremer Sportbundes“ und der Stadt Bremen zurückgreifen. Bis die Spielstätte allerdings die Grundzüge des heutigen Weserstadion annahm, dauerte es bis 1921.

Von der „ABTS-Kampfbahn“ zum Weserstadion

Bereits 1926 wurde die Sport-Anlage in „ABTS-Kampfbahn“ umbenannt und zunehmend auch für politische Großveranstaltungen genutzt. Erst als Werder 1930 Generalpächter der Anlage wird, erhielt die Immobilie offiziell den Namen ,,Weserstadion“ – und war Austragungsort der Heimspiele von Werder und anderer Bremer Vereine. Der SV Werder verwaltete das Stadion vor dem Krieg jedoch nur fünf Jahre in eigener Regie. Schon 1935 kam es zu einer Übernahme des Stadions durch die Stadt. Damit einher ging die verstärkte Nutzung der Immobilie durch die NS-Machthaber und ihrer verschiedenen Gruppierungen. Aufmärsche statt Steilpässe.

Bis im Weserstadion wieder Fußball gespielt wurde, dauerte es bis zum Jahr 1947. Die Anlage wurde mit einem Spiel zwischen dem SV Werder Bremen und dem VfL Osnabrück als Weserstadion wiedereröffnet, die zur Immobilie gehörende Rundbahn ermöglicht in den Fünfzigerjahren auch Radrennen, Reitturniere und Leichtathletik-Veranstaltungen.

 

Umbau in Etappen in Bremen

Das Bremer Weserstadion – die Geschichte dieser Immobilie ist auch eine Geschichte von immer neuen Tribünenbauten. Mit der Einführung der Bundesliga 1963 ging es los: Die Kurventribünen wurden mit einem Oberrang ausgestattet. Zu Beginn der Sechzigerjahre gab es Überlegungen, an der Autobahn A 1 ein komplett neues Stadion zu bauen. Diese Pläne waren mit der Modernisierung der Südtribüne 1973 aber relativ schnell wieder vom Tisch. In den Siebzigerjahren gingen die Bauarbeiten am Weserstadion häppchenweise weiter: 1978 wurde die neue Nordgerade mit zwei Rängen  und 9.500 Sitzplätzen fertig gestellt.

 

„Europacup-Geschichte“ unter Flutlicht

Die Flutlichtanlage mit 1.400 Lux galt bei ihrer Inbetriebnahme 1978 als die stärkste Europas. Und sie trug mit dazu bei, dass das Weserstadion gerade bei Europapokal-Abenden eine fast magische Wirkung hat. Die „Wunder an der Weser“ unter Flutlicht sind ein Stück deutscher Fußball-Europapokalgeschichte. Werder Bremen bezwang in spektakulären Spielen  Teams wie Spartak Moskau (6:2 n. V., UEFA-Cup 1987), Dynamo-Ost Berlin (5:0, Meistercup 1988) oder Olympique Lyon (4:0, UEFA-Cup 1999). Gegen den RSC Anderlecht verwandelte Werder in der Vorrunde der UEFA Champions League einen 0:3-Rückstand noch in einen 5:3-Erfolg.

Dem Neubau der Westtribüne (1988) mit Umkleideräumen, dem Reha-Zentrum (,,Sporthep Werder“) und der neuen Geschäftsstelle folgte 1992 der Umbau der Nordtribüne und der Südgeraden. Seitdem finden sich Leichtathletikhalle, Kraftraum, Büros und Restaurants in der Immobilie. Dazu kommen 37 Logen mit 364 Plätzen und eine schmucke Pressetribüne mit TV-Studio und Kommunikationstechnik für 140 Journalisten.

Die vorerst letzte Ausbaustufe des Weserstadions sah ab 2008 die Begradigung der Kurven vor. Die Zuschauer sollten dadurch näher ans Spielfeld rücken, die Kapazität sollte bei 50.000 Zuschauern liegen.

 

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