Spielplatz mitten im Wohngebiet – Ärger droht

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Es ist nachmittags 16:00 Uhr, die Kinder sind bereits aus der Schule nach Hause gekommen. Immer mehr Kinder versammeln sich auf dem Spielplatz – er befindet sich in Mitten eines Wohngebietes, indem viele Familien mit kleinen Kindern wohnen, aber auch ältere Herrschaften in Einfamilienhäusern, die vorwiegend ihre Ruhe suchen.

Hier wird desöfteren Fußball gespielt. Das es dabei manchmal lauter wird oder der Ball im Nachbarsgarten landet, kann passieren – aber genau das ist das Problem. Man kann regelrecht beobachten, dass gerade in solchen Gegenden die Spielplätze immer kleiner oder Stück für Stück so umgebaut werden, dass dabei kein Platz mehr für´s Fußballspielen vorhanden ist.   Es entstehen immer wieder Konflikte zwischen Eltern, die ihre Kinder schützen wollen und den älteren Nachbarn, die gerne ihre Ruhe haben möchten. „Neulich hat die Wohnungsgenossenschaft einfach eine Tischtennisplatte umgesetzt, nur um den Platz zum Fußball spielen für die Kinder einzuschränken” erzählt ein verzweifelter Vater. Die Kinder haben trotz Tischtennisplatte weiter Fußball gespielt, wobei sich gleich mehrere Kinder an der Tischtennisplatte verletzt haben. Denken Sie, dass es jetzt leiser geworden ist? Natürlich nicht!“ Also hat man nichts erreicht, im Gegenteil – noch mehr Unruhe in der Wohnanlage. „Es gibt keinen Bolzplatz in der Nähe und es sind ja nur Kinder“ heißt es weiter.

Gerade in Wohngegenden wo nicht nur Familien mit Kindern, sondern viele ältere Leute gemeinsam friedlich miteinander auskommen müssen, herrschen Unstimmigkeiten. Das es nicht immer reibungslos funktioniert, zeigen die vielen Hilferufe von Eltern oder die Beschwerden von Nachbarn.

Wie ist die Gesetzeslage?

Laut dem Bundes-Immissionsschutzgesetzes Absatz 1a in § 22 Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen durch Kinder hervorgerufen werden, sind im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung. Bei der Beurteilung der Geräuscheinwirkungen dürfen Immissionsgrenz- und -richtwerte nicht herangezogen werden. Somit müssten die Nachbarn den Kinderlärm tolerieren bzw. hinnehmen.

Es gibt unzählige Urteile wie z.B:

  • Nachbarn müssen Lärm, ausgehend von Spielplätzen, den diese Einrichtungen mit sich bringen, hinnehmen. (VG Münster WM 1983, 176; AG Aachen WM 1987, 83)
  • Kinder bis 12 Jahre dürfen auch in der Mittagszeit draußen spielen – auch Sonntags (Braunschweig AZ.: 9A9014/91; )
  • Kinderlärm, verursacht durch einen in der Nähe liegenden Spielplatz oder einem Innenhof, ist üblich und als sozial adäquat hinzunehmen. ( AG Köln WM 1993, 606; LG München WM 1987, 121; LG Heidelberg WM 1997, 38;)

Gibt es eine Lösung?

Eins ist klar, wir dürfen Kindern das Fußball spielen nicht verbieten!!! Bewegung, frische Luft, Teamgeist und eine Menge Spaß ist doch viel besser, als Kinder die stundenlange Computerspiele spielen und am Ende aggresive Jugendliche sind, die keinen Resepekt vor ihren Mitmenschen haben und Sachbeschädigung begehen.

Statt den Kindern zu verbieten Fußball zu spielen, sollte man sie unterstüzten. Man könnte einen Teil des Spielplatzes zum Fußball spielen umbauen. Mit festen Toren und festen Grenzen würde es keine Probleme mit anderen Spielplatzbesuchern geben. Sicherheitsnetze um den Bereich, wie auf einem richtigen Fußballfeld, würden verhindern, dass die Bälle ungewollt in die Gärten der Nachbarschaft geschossen werden. Mit einem Hinweisschild könnte man das Fußball spielen in dem Bereich auf feste Zeiten begrenzen, was dann auch sicher den älteren Anwohnern positiv auffallen würde. Hier ist aber auch die Mitarbeit der Eltern gefragt, die Kinder darauf hinzuweisen, nur zu den erlaubten Zeiten dort Fußball zu spielen und auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen.

Mehr Toleranz und Rücksicht

Verbote oder Gesetze helfen nicht immer, dass wissen wir, weil wir alle mal jung waren. Es muss mehr gegenseitiges Verständnis gezeigt werden und vor allem muss jeder auf den anderen Rücksicht nehmen! Nur gemeinsam kann eine Lösung gefunden werden!!!

Eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Miteinander ist, das sich jeder bewußt ist, das in einer Umgebung mit Kindern und einem Spielplatz der Geräuschpegel generell höher ist, als in einer ländlichen Umgebung.

Fazit

Wenn Kinder in unserer Nachbarschaft leben und aufwachsen, sollten wir sie unterstützen sich sportlich zu bewegen, den Teamgeist zu erlernen, gesunden Spaß zu haben und ihnen beibringen Rücksicht zu nehmen. Dabei sind wir alle gefragt – Eltern, Kinder und auch die Nachbarschaft, egal welchen Alters-, denn wir dürfen nicht vergessen „Kinder sind unsere Zukunft!“

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