Zukunftstrend „Barrierefreiheit“

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Die Zeiten, in denen Barrierefreiheit ausschließlich mit Behinderung, Krankheit und Alter in Verbindung gebracht wurden, sind vorbei. Zukunftsforscher sprechen sogar von einem „Megatrend“, der die Gesellschaft und das Zusammenleben der Menschen sowie den öffentlichen Raum in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird. Vor allem der demographische Wandel ist hier die Triebfeder: 2060 wird nach Berechnungen des statistischen Bundesamtes bereits jeder Dritte (34 Prozent) mindestens 65 Jahre alt sein. Und es werden doppelt so viele 70-Jährige leben, wie Kinder geboren werden. Hinzu kommt ein zunehmend offenerer Umgang mit Menschen mit Behinderungen, nicht zuletzt getragen von einem internationalen Prozess: Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wird den öffentlichen Raum barrierefreier und damit komfortabler machen – nicht nur für behinderte Menschen, sondern auch für ältere oder Eltern mit Kinderwagen.

Wer in seinem privaten Umfeld auf Barrierefreiheit setzt, handelt also zukunftsgewandt. Immobilien ohne Hürden und Hindernisse erzielen dauerhaft am Immobilienmarkt die besseren Preise, weil sie auf eine höhere Nachfrage stoßen. Und staatliche Unterstützung dazu gibt es obendrein: Ob Umbau oder Neubau, ob für den Eigenbedarf oder als Investition – ein barrierefreies Umfeld zahlt sich aus. Neben der KfW-Förderbank leisten auch Kranken- und Pflegekassen finanzielle Unterstützung, wenn ein barrierefreier Umbau notwendig wird. Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbands Freier Immobilen- und Wohnungsunternehmen (BFW) müssen in Deutschland mindestens 800.000 Wohnungen bis 2020 für die ambulante Pflege altersgerecht angepasst oder neu errichtet werden. Aktuell sei nur etwa ein Prozent der Wohnungen altengerecht ausgestattet, schätzen die Experten des Verbands.

Dabei sind es oft nur kleinere Veränderungen, die eine große Wirkung haben: Der Haltegriff an der richtigen Stelle im Bad oder am Treppenaufgang, Rollstuhlrampen an Hauseingängen oder eine Schwellenbrücke, um Stolperfallen im Haus zu beseitigen – so sorgt man für mehr Sicherheit und Komfort in den eigenen vier Wänden ohne gleich größere Investitionen wie einen Badumbau ins Auge fassen zu müssen. Wenn dennoch ein größerer Umbau notwendig wird, sollte man einen Experten zu Rate ziehen. Beratung leisten zum Beispiel die Verbraucherzentralen oder Architekten und Handwerker mit einer Zertifizierung im Bereich „Barrierefreies Bauen“.

Ein Kommentar zu Zukunftstrend „Barrierefreiheit“

  1. Karsten says:

    Ich glaube, wir sind schon mittendrin. Bei uns in der Region Lüneburg und Umgebung verkaufen viele Ältere ihrer Immobilien auf dem Land und ziehen in kleinere Wohnung in der Innenstadt, die eben maximal im ersten OG liegen sollen. Das Ganze gepaart mit etwas Komfort und schon kommen wir dem neuen Trend sehr nahe, finde ich.

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